
Im November 2025 fuhr ich auf Landweg bis in den Kaukasus. Die Strecke führte über den Balkan, einmal komplett durch die Türkei und schließlich nach Georgien und anschließend nach Armenien. Auf dem Hinweg und Rückweg fuhr ich dabei auf leicht abgeänderten Routen. Insgesamt verbrachte ich auf dieser Reise 10 Nächte in Liege- oder Schlafwägen, unter anderem waren das der Optima Express, der Doğu Ekspresi in der Türkei sowie der Nachtzug von Tiblisi nach Jerewan. Über jeden einzelnen dieser Züge würde es sich lohnen einen eigenen Bericht zu schreiben, ich versuche trotzdem die ganze Reise in einem Blogbeitrag zu behandeln.
Los ging es mit dem ICE Sprinter von Berlin Hbf nach München Hbf. Dieser benötigte aufgrund von Bauarbeiten schon laut Fahrplan 1,5h länger als normalerweise, da der Zug auf dem Weg von Halle nach Erfurt falsch abbog kam dazu noch eine Stunde Verspätung dazu – das hat schon mal gut angefangen. Zum Glück habe ich mir eine Verbindung mit einem geplanten Aufenthalt von 1,5h in München gebucht, sodass ich in München den Zug nach Villach Hbf trotzdem erreichte. Nach dem Einchecken am Terminal fuhr ich am Abend mit dem letzten Optima Express des Jahres in östlicher Richtung von Villach nach Edirne in der Türkei weiter.
Ich hatte ein Liegewagenabteil zusammen mit zwei älteren Herren. Viel Zeit verbrachte ich aber vor allem mit Cari und Matthias vom YouTube Kanal Easy German, die zufälligerweise im gleichen Zug waren. Ich bin nun in einem ihrer Videos zu sehen. Viel Zeit, um diese miteinander zu verbringen, hatten wir. Die Fahrt dauerte, verglichen mit der Fahrt von vor 2 Jahren, bei der ich 9 Stunden Verspätung hatte, dieses mal noch länger. Als wir am 3. Tag in Edirne ankamen, war es bereits dunkel. Nachdem wir Bargeld besorgt hatten ging es zum Busbahnhof und mit dem nächsten Bus nach Istanbul. Dort verabschiedeten wir uns und ich ging ins Hostel, in dem ich um 1 Uhr in der Nacht ankam.
Am nächsten Tag besichtigte ich Istanbul, eine Stadt von der ich immer wieder aufs neue begeistert bin. Mit meiner Kamera ausgestattet, gelangen mir einige gute Schnappschüsse. Am zweiten Tag in Istanbul ging es morgens zum Bahnhof Söğütlüçeşme, von dort mit dem Hochgeschwindigkeitszug YHT nach Konya. Dort verbrachte ich zwei Tage bei Freunden und besuchte unter anderem Çatalhöyük, der ältesten bekannten Großsiedlung der Menschheitsgeschichte. Die Ruinen sind fast 10.000 Jahre alt. Außerdem besuchte ich eine Vorstellung mit traditionellen Derwischen, die sich in Trance tanzten.
Für drei Tage fuhr ich anschließend nach Izmir. Das lag zwar nicht auf meinem Weg, dorthin gibt es aber gute Nachtzugverbindungen womit sich der Umweg nicht weit angefühlt hat. Und gut schlagen konnte ich, für um die 41 € hatte ich ein eigenes Schlafwagenabteil mit super bequemen Bett, Waschbecken und sogar einen Kühlschrank mit Minibar im Abteil. Sogar einen Speisewagen, in dem man sich Abendessen zubereiten lassen kann, gab es. In Izmir besichtigte ich am ersten Tag die Stadt, am zweiten Tag fuhr ich nach Çamlık, etwa eineinhalb Stunden südlich von Izmir. Dort gibt es das größte Dampflokmuseum in der Türkei, es gleicht aber mehr einem Park wie einem richtigen Museum. Sehenswert war es trotzdem. Auch verbrachte ich viel Zeit im gemütlichen Hostel, in dem ich zwei Jahre zuvor bereits gewesen bin.
Der nächste Nachtzug brachte mich von Izmir nach Ankara. Wieder hatte ich für unter 45 € ein Schlafwagenabteil für mich alleine. In Ankara hatte ich einige Stunden Aufenthalt, schloss mein Gepäck am Bahnhof ein und machte mich auf in die Kalesi, der Altstadt sowie der Anıtkabir, dem Mausoleum von Atatürk. Die Burg oberhalb der Kalesi war echt schön und es gibt einige tolle Antik-Läden dort. Mit dem Personenkult um den Staatsgründer kann ich nichts anfangen, die Anıtkabir einmal zu erleben kann ich dennoch jedem empfehlen.
Um halb 6 war es dann so weit: Auf Bahnsteig 1 am Bahnhof Ankara Gar rollte der Doğu Ekspresi ein, einer der legendärsten Züge überhaupt. Für die nächsten 26 Stunden war das mein Zuhause, im Liegewagen zusammen mit zwei Neuseeländern, welche die einzigen anderen Touristen im Zug waren. Die Liegen waren die bequemsten Liegen die ich jemals in einem Liegewagen erlebt habe. Es gab ein Bordrestaurant, welches bis tief in die Nacht und ab früh morgens Essen, Getränke und Snacks zu kleinen Preisen verkaufte, sowie bezaubernde Aussichten aus den Fenstern. Und das ganze zu einem Preis von ca. 25€. Wenn ich gerade nicht am Fotos machen, Reden, Essen oder Çay trinken war, las ich in meiner Reiselektüre. In Erzican und Erzurum konnte ich außerdem kurz auf den Bahnsteig aussteigen. Abends kam der Zug nach seinem langen Laufweg in Kars an.
Von Kars aus sind es keine 70 km bis zur Grenze nach Armenien. Doch die Grenze ist seit über 30 Jahren geschlossen, wer auf Landweg nach Armenien weiter will muss einen Umweg über Georgien nehmen. Nach Georgien gibt es seit einigen Jahren eine Eisenbahnlinie, auf dieser fahren aber noch immer keine Personenzüge. Von Kars aus gibt es aktuell auch leider keine direkte Busverbindung nach Georgien. Die einzige Busverbindung besteht aus einem Bus, welcher in Richtung Hopa am Schwarzen Meer fährt. Ganz in der Nähe liegt der Grenzübergang Sarp. Den direkteren Grenzübergang Turközü kann nur mit Trampen erreicht werden.
Doch zuerst hatte ich noch einen Tag Aufenthalt in Kars, an dem ich die alte Hauptstadt Armeniens mit dem Namen „Ani“ besichtigen wollte. Nachdem mich Passanten auf die Frage nach Bussen dorthin immer wieder in andere Richtungen schickten beschloss ich, dorthin zu trampen. Bis zu einer Tankstelle außerhalb der Stadt ging das super schnell, direkt das dritte Auto hatte angehalten. Doch dann wollte mich für längere Zeit keiner mehr mitnehmen, bis nach 45 Minuten ein Farmer mit einem Kalb im Fußraum des Beifahrerplatzes anhielt. Aufgrund der geringen Erfolgsquote stieg ich oberhalb des Kalbs ein und der Fahrer brachte mich bis nach Ani, einem gleichnamigen Bauerndorf direkt vor der Ausgrabungsstätte.
Die Ruinenstadt liegt direkt an der Grenze zu Armenien, auf der anderen Flussseite konnte man eine armenische Siedlung sehen. Es gibt einige interessanten Gebäude, an einigen Stellen fanden Bauarbeiten statt. Sehr verstörend fand ich die Tatsache, dass auf allen Infotafeln in Ani nicht ein einziges mal das Wort „Armenien“ zu finden war, und das bei der ehemaligen Hauptstadt eben dieses Volkes. Der Genozid an den Armeniern ist weiterhin ein Tabuthema in der Türkei, weswegen über Armenien einfach geschwiegen wird. Das habe ich auch auf der Rückfahrt erlebt, bei der mich zwei Türkinnen nach Kars mitnahmen. Wir unterhielten uns freundlich und intensiv, doch als ich berichtete, dass ich nach Armenien reisen werde, herrschte schlagartig Stille im Auto.
Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Bus um 10 Uhr von Kars nach Hopa am Schwarzen Meer. Die Fahrt dauerte ca. 6,5 Stunden und kostete mich 650 Lira, also ca. 13€. In Hopa wird man direkt gegenüber der Minibus-Haltestelle herausgelassen, dort musste ich 60 Lira für den Minibus bis zum Grenzübergang Sarp bezahlen, was etwa 40 Minuten gedauert hat. Der Minibus fuhr die letzten Kilometer an einer nicht endenden Schlange an LKWs vorbei, die alle auf den Grenzübertritt warteten. Ohne Auto hat man die Grenzkontrolle dagegen schnell hinter sich, in 30 Minuten war ich auf der anderen Seite. Es ist aber ein langer Fußmarsch mit vielen Treppen, da alle Rolltreppen defekt waren. Direkt vor dem Ausgang des Grenzübergangs wartete gerade eine Marschrutka (die russische Bezeichnung für Minibus) nach Batumi, Kostenpunkt 2 Lari oder ca. 60 Cent. Es gibt viele Wechselstuben direkt an der Grenze, die Wechselkurse sind jedoch sehr schlecht. Ich habe hier nur etwas Geld für den Bus gewechselt.
In Batumi blieb ich zwei Nächte. Direkt am ersten Abend freute ich mich sehr über die georgische Küche, nachdem die türkische Küche in Ostanatolien als Vegetarier sehr eingeschränkt war. Am nächsten Tag besichtigte ich die Stadt mit den vielen Casinos und ihrer großen Strandpromenade. Tatsächlich hatte es Ende November an diesem Tag noch über 20 Grad. Ein großer Kontrast zu den -5 Grad in Kars nur einen Tag zuvor. Baden im Schwarzen Meer bin ich trotzdem nicht mehr gewesen.
Wieder ein Tag später fuhr ich morgens mit dem Bus zum etwas außerhalb der Stadt liegenden Bahnhof. Dort fuhr um 8 Uhr der Zug nach Tbilisi ab, Kostenpunkt etwa 12 €. Die Fahrtzeit betrug regulär 5:17 Stunden, ich kam allerdings mit etwas Verspätung an. Wie ich kurz vorm Schreiben dieses Blogbeitrags in den Nachrichten gelesen habe, sollte die Verbindung durch die Neubaustrecke Chašuri-Zestaponi nun stabiler sein und auch die Fahrzeit konnte Anfang 2026 auf unter 5 Stunden verkürzt werden. Doch ich fuhr im November noch über die nur im Schneckentempo befahrbare alte Trasse durch das Gebirge.
In Tbilisi hatte ich einen halben Tag Pause, wieder schloss ich mein Gepäck ein und machte mich mit der Kamera auf den Weg in die Altstadt, aß ausgiebig zu Mittag und machte tolle Bilder von der Stadt, die mir sehr gut gefiel. Am Abend ging es dann in den letzten Zug meiner Anreise, der Nachtzug von Tbilisi nach Jerewan. Dabei handelt es sich um einen Zug russischen Fabrikats. Es gibt 3 Kategorien: 2er Kabine, 4er Kabine und Platzkart. Bei Platzkart handelt es sich um einen Großraumwagen voll mit Betten. Ich entschied mich für die 4er Kabine, die ich mir mit einer weiteren Person teilte. Das Ticket in dieser Kategorie kostete mich um die 43 €. Jeder Wagen hat Heißwasserspender für Instant-Nudeln oder Tee sowie eine richtig große Dusche, wie ich es davor noch nie in einem Zug gesehen habe. Die Schienen wahren sehr wackelig, ich konnte trotzdem ganz gut schlafen. Auf georgischer Seite musste ich aussteigen um meinen Stempel im Pass zu bekommen, auf der armenischen Seite kamen die Grenzbeamten mit mobilen Geräten in den Zug.
Am frühen Morgen kam ich in Jerewan am wunderschönen Bahnhof an, an dem die Zeit scheinbar stehen geblieben ist. An einigen Stellen sind Hammer und Sichel in den Ornamenten zu finden. Für die Metro wird eine Karte benötigt, welche nur mit einer armenischen Nummer aufzuladen ist. Zum Glück hat mir eine Einheimische Ihre Nummer gegeben, ich wüsste nicht wie ich sonst mit der Metro hätte fahren können. Mit der Metro fuhr ich also in die Innenstadt, wo ich in einem Café frühstückte. Nach einiger Zeit fuhr ich weiter zum Hostel, wo ich die nächste Woche verbringen werde. Ich bin in Jerewan für ein Erasmus Projekt zum kulturellen Austausch. Da dies ein Blog über das Zugreisen ist, werde ich hierzu nicht allzu viel schreiben. Es war aber auf jeden Fall eine tolle Zeit mit den Menschen aus verschiedensten Ländern. Auf dem Programm standen ein Besuch im Parlament sowie eine Diskussionsrunde mit einer Politikerin, Sightseeing, Teambuilding und vieles mehr.
Für den Heimweg verwendete ich grob die gleichen Verbindungen, jedoch mit einigen Abweichungen, weswegen ich die Heimreise hier ebenfalls beschreiben möchte. Zuerst ging es mit dem Nachtzug zurück nach Tbilisi, diesmal in der günstigsten Kategorie Platzkart was mich 33 € kostete. Da ich der einzige Passagier in dieser Kategorie und damit im ganzen Wagon war (im ganzen Zug waren es vielleicht 20 Passagiere), bot mir der Schaffner ein eigenes Abteil an. Da sagte ich natürlich nicht nein. In Tbilisi hatte ich diesmal 2 Tage, den ersten machte ich einen Ausflug nach Gori und besuchte dort das Stalin-Museum. Das Museum ist völlig skurril, hier hat sich seit der Sowjetunion nichts geändert und Stalin, der aus Gori stammt, wird glorifiziert. Nur ein kleiner Raum unter der Treppe beschäftigt sich damit, dass „nicht nur alles gut war“. Am zweiten Tag zeigte mir eine Teilnehmerin des Projekts aus Jerewan, die in Tbilisi wohnt, die Stadt aus Sicht einer Einwohnerin. Die Stadt machte auf den zweiten Blick einen noch besseren Eindruck wie beim ersten kurzen Besuch. Leckeres Essen, nette Cafés, tolle Architektur sowie Natur und Berge – diese Stadt hat alles.
Von Tbilisi nach Batumi fuhr ich wieder mit dem Zug und übernachtete dort. Am nächsten Morgen ging es mit der Marschrutka zur Grenze, anschließend mit dem Minibus nach Hopa. Doch diesmal fuhr ich von dort nicht mehr nach Kars zurück, sondern für 700 Lira nach Erzurum. Die Fahrtdauer nach Erzurum ist kürzer wie nach Kars, der Zug nach Ankara hält hier außerdem 4 Stunden später. Somit konnte ich mir einiges an Fahrtzeit einsparen. Der Bus bot außerdem viel mehr Beinfreiheit und es gab Tee und Wasser vom Busbegleiter (aber davon wusste ich vor der Fahrt noch nichts). Einziges Manko war, dass der Busbahnhof in Erzurum leider sehr weit weg von der Stadt ist, ich konnte keine Busverbindung finden und habe am Ende für die 15 Minuten Taxifahrt zur Innenstadt nochmal 450 Lira zahlen müssen.
Nach etwas Sightseeing am Abend und Morgen ging es nach einer Nacht in Erzurum mit dem Doğu Ekspresi um 12:14 Uhr zurück nach Ankara, wieder im Liegewagen. Diesmal war das Abteil voll besetzt, mit meinen Abteilkollegen konnte ich aufgrund einer Sprachbarriere nur mit Händen kommunizieren. Dafür sprach der Koch im Restaurantwagen fließend Deutsch, da er in Hanau aufgewachsen ist. Nach Ankunft in Ankara am Morgen kaufte ich mir am Fahrkartenschalter ein Ticket für den nächsten Zug nach Istanbul, der bereits 25 Minuten nach Ankunft der Doğu Ekspresi abfuhr. In Istanbul machte ich dann nochmals für eine Nacht Pause.
Nach einem weiteren Tag Sightseeing in Istanbul, diesmal in einer großen Gruppe mit anderen Reisenden vom Hostel, ging es abends mit dem Sofia Ekspresi nach Sofia. Tickets für diesen Zug kosten 38 € und können am Bahnhof Sirkeci in der Altstadt von Istanbul gekauft werden. Der Zug fährt in Halkalı los, dem Bahnhof am westlichen Ende der Marmaray Bahn welche durch Istanbul verläuft. Dort gibt es nur Snackautomaten, außerhalb gibt es zum Glück einen nur kurz entfernten Imbisswagen mit dem Namen „Vagon“, in dem ich noch etwas warmes zum Essen gefunden habe. Ich teilte mir den Liegewagen wieder nur mit einer Person. Getränke, Essen oder sonstige Annehmlichkeiten gibt es in diesem Zug nicht, der Zug kam dafür 1,5 h vor der Zeit im Fahrplan in Sofia an. Eine willkommene Abwechslung. In Sofia war ich zuletzt vor über 10 Jahren und es war interessant, Orte von damals wieder zu entdecken.
Ich hatte lange überlegt, ob ich die schienengebundene Verbindung über Bukarest nach Budapest wählen soll, oder die wesentlich schnellere Verbindung über Belgrad, bei der ich aber ein Stück mit dem Bus fahren muss. Letztendlich entschied ich mich für die Verbindung über Serbien, und so fuhr ich am nächsten Morgen um 9 Uhr am Busbahnhof los. An der Grenze mussten wir 1,5 h warten, bis unser Bus endlich passieren durfte. Doch in nur 6 Stunden waren wir in Belgrad, für 38 €. Hier übernachtete ich wieder für eine Nacht und verbrachte die Zeit mit Sightseeing sowie fotografieren von Brutalismus-Gebäuden in Novi Beograd, was ein Brutalismus-Paradies ist.
Um 11 Uhr fuhr ich auf der nach langen Verzögerungen seit Oktober eröffneten Strecke von Beograd bis nach Subotica. Dort hatte ich eine Stunde Aufenthalt, den ich in einem Café verbrachte. Mit der die Grenze überschreitenden Regionalbahn ging es anschließend nach Szeged in Ungarn. Von dort aus mit einem IC weiter nach Budapest. In Summe kostet diese Fahrt gerade einmal 22€, und das beim Kaufen der Tickets am Tag der Reise. Durch die Eröffnung der Strecke von Novi Sad nach Subotica hat sich bereits unglaublich viel verbessert, hoffentlich wird auch die direkte Verbindung von Subotica nach Budapest ebenfalls bald eröffnet.
Um 18:09 Uhr kam ich in Budapest-Nyugati an. In Szeged besorgte ich mir bereits Tickets für den Nachtzug nach Berlin, die mit 56€ im Liegewagen ebenfalls super günstig waren. Dieser fuhr um 19:30 Uhr am selben Bahnhof ab. Es war der 14. Dezember, der Tag des Fahrplanwechsels. Und so kam es, dass ich Berlin nicht über einen Umweg über den Ausenring, sondern über die neue Dresdner Bahn erreichte. Und wie es sich für die Deutsche Bahn gehört natürlich mit einer Verspätung von über einer Stunde.
Nach 10 Übernachtungen im Zug und über 12.500 km die ich zurückgelegt habe kam ich wieder in Berlin an. Was eine Reise! Während für alle anderen Teilnehmer des Erasmus+ Projekts dieses Projekt ein alleinstehendes Event war, war es für mich nur ein Teil eines größeren Abenteuers. Und ich habe es sowas von genossen. Reisen außerhalb der Haupturlaubszeit ist einfach toll, ich fand in allen Hostels ein Bett ohne zuvor reservieren zu müssen und auch viele der Zugtickets habe ich direkt am Abfahrtstag erst gekauft, eine Flexibilität die man im Sommer bei vollen Zügen und Hostels nicht hat.
Ich hoffe ich konnte auch dich für eine Zugreise begeistern, sei es an einen Ort in der Nähe oder doch bis in den Kaukasus.



